Freelancer-Stundensatz richtig kalkulieren: Der vollständige Leitfaden
Der häufigste Fehler bei der Stundensatzkalkulation von Freiberuflern ist die einfache Gegenüberstellung mit dem ehemaligen Arbeitgebergehalt. Als Freelancer tragen Sie alle Kosten selbst, die normalerweise der Arbeitgeber übernimmt: Die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge, Urlaubs- und Krankheitsvertretung, Weiterbildungskosten, Büroausstattung und vieles mehr.
Schritt 1: Den tatsächlichen Netto-Bedarf ermitteln
Starten Sie bei Ihrem gewünschten Nettogehalt. Addieren Sie dann Ihre privaten Lebenshaltungskosten und Ihr Sparziel. Beachten Sie, dass es als Freelancer keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt – Sie sollten für Ausfallzeiten vorsorgen.
Schritt 2: Betriebskosten einplanen
Zu den typischen Betriebsausgaben eines Freelancers gehören: Steuerberater (500–2.000 €/Jahr), Haftpflichtversicherung (300–800 €/Jahr), Software-Lizenzen, Weiterbildungen, Büromittel und ggf. Coworking-Space-Mieten.
Schritt 3: Steuerrücklagen korrekt kalkulieren
Als Faustregel sollten Sie mindestens 35 % Ihrer Einnahmen zurücklegen – bestehend aus Einkommensteuer (je nach Gewinnhöhe 14–42 %), GKV-Beiträgen (voller Satz, ca. 20 % des Einkommens) und eventuell Rentenversicherung. Das bedeutet: Wenn Sie 10.000 € im Monat einnehmen, legen Sie zunächst 3.500 € zur Seite und planen mit 6.500 € für Nettogehalt und Betriebskosten.